Jetzt gilt der Tatbeweis!

08.07.2020

Mit zunehmender Dauer der Corona-Krise sind auch in der Schweizer Bevölkerung vermehrt Ermüdungserscheinungen zu erkennen, die sich oftmals in einer unglaublichen, nur schwer nachvollziehbaren Nachlässigkeit einzelner Personen bzw. Gruppen äussern.

Breite Kreise von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind sich zwar darin einig, dass sich unsere Volkswirtschaft eine zweite Covid-19-Welle keinesfalls leisten kann. Allen ist klar: Die Wirtschaft läuft nur dann einigermassen rund, wenn das Virus unter Kontrolle ist. Leider zeigt das individuelle Verhalten im Alltag immer mehr, dass dies auf freiwilliger Basis nur ungenügend funktioniert und daher griffige, situationsangepasste Massnahmen vonnöten sind. Der Tatbeweis gilt weiterhin. Zur eingangs erwähnten Corona-Sättigung zählt auch die Tatsache, dass die Fleischthemen in Öffentlichkeit und Politik bereits wieder prominent Einzug gehalten haben. Gerade der Fall Tönnies in Deutschland zeigt, wozu der verbreitete Drang nach möglichst billigem Fleisch führen kann. Mit dem von Verbandsseite gegenüber der Presse überaus deutlichen und wiederholten Aufzeigen der eminent wichtigen Unterschiede zur Situation hierzulande bleibt zu hoffen, dass den unverbesserlichen Konsumentenkreisen bei ihren Kaufabsichten ennet der Grenze die überaus negativen Konsequenzen ihres bisherigen Handelns nun endlich klar geworden sind! Der Tatbeweis muss erst noch erbracht werden. Ebenso ist aber auch unsere Fleischbranche selber gefordert, in verschiedenen – in der aktuellen Politik unmissverständlich akzentuierten – Bereichen den jeweils geforderten Tatbeweis ohne Wenn und Aber zu erbringen. So zum Beispiel, wenn es um die von Gesetzes wegen geforderten Aktivitäten und Massnahmen rund um den Tierschutz beim Schlachten geht, wenn es um die von Gesetzes wegen geforderten Anwendungen im Bereich des Arbeitsrechtes geht und vor allem wenn es um die Lehrlings- und Nachwuchsförderung – um die Existenzsicherung unserer Branche – geht! Der irische Schriftsteller Oscar Wilde stärkt unser optimistisches Handeln, wenn er sagt: «Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.» Nutzen wir die sich uns bietende Chance, glaubwürdig zu agieren und nicht unsicher zu reagieren. Liefern wir in all unserer branchenspezifischen Tätigkeit den jeweiligen Tatbeweis!

Ivo Bischofberger, Präsident
Ruedi Hadorn, Direktor