Schlachtbetriebe im Rampenlicht

22.01.2020

Vor wenigen Tagen schlug ein von der Bundeseinheit für die Lebensmittelkette (BLK) im Auftrag des BLV veröffentlichter Bericht zum Tierschutz und zur Fleischkontrolle in Schlachtbetrieben in den Medien wie eine Bombe ein.

Auch wenn die BLK-Analysen nicht repräsentativ waren, ist klar, dass die im kantonalen Vollzug, aber auch in den Betrieben aufgezeigten Mängel umgehend zu beheben sind. Gemäss BLK-Bericht wird dies bei den Schlachtbetrieben Verbesserungen sowohl in der Aus- und Weiterbildung des Schlachthofpersonals wie auch bei der Umsetzung der Selbstkontrolle bedingen, die der Gesetzgeber beide klar vorgibt. Dazu gehört ebenfalls, dass die jeweiligen Massnahmen von jedem einzelnen Schlachthof, unabhängig von seiner Grösse, auch wirklich umgesetzt werden, denn nur so – und nur so – lässt sich das angestrebte, vorbildliche Tierschutzniveau beim Schlachten in unserem Lande mit der auf der Basis der SFF-Charta mit Nachdruck verfolgten Nulltoleranz auch wirklich erreichen! Auch wenn die Ursachen für die Überprüfung des Vollzuges und der insgesamt 67 Schlachtbetriebe zum Teil in den inakzeptablen Bildern liegen dürften, die vor einiger Zeit in der Öffentlichkeit kursierten, ist es ebenso angezeigt, die vom BLV gewählte Art der Kommunikation zu hinterfragen. Denn ohne Kenntnis der einzelnen Betriebe (inkl. deren Mitgliedschaft beim SFF), der Art der Verstösse, d. h. ob geringfügig oder massiv, sowie der ausgesprochenen Sanktionen bleiben der Schlachtbranche inkl. SFF (vorerst) die Hände gebunden. So darf es nicht erstaunen, dass unter diesen Umständen der Ruf nach mehr Transparenz auch bei diversen Medien und Politikern laut wurde. Umso mehr ist der entsprechende Informationsfluss der BLK zu den betroffenen Kreisen nun dringendst gefordert! Vielfach untergegangen ist zudem der Umstand, dass nur 10 Prozent aller Schlachtbetriebe durch die BLK überprüft und dabei bewusst auch Risikobetriebe ausgewählt wurden. Mit dieser nicht repräsentativen Vorgehensweise haben die Behörden nun all diejenigen Betriebe stigmatisiert, in welchen der Tierschutz für die grosse Mehrheit der Schlachttiere bereits heute gesetzeskonform, teils gar mit zusätzlichen Verbesserungen auf freiwilliger Basis, umgesetzt wird – ein Umstand, der bislang leider kaum öffentliche Beachtung fand!

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor
Ivo Bischofberger, Präsident

 
 
 
Elias Welti, Leiter Kommunikation und stv. Direktor SFF