Lebensmittelrecht auch 2020 im Fokus

05.02.2020

Zu jedem erfolgreichen Unternehmen gehört bekanntlich das regelmässige Hinterfragen des jeweiligen Geschäftsmodells mit den allenfalls notwendigen Neujustierungen.

Nebst den direkt beeinflussbaren Faktoren gilt es dabei, sich auch über die geltenden Rahmenbedingungen Klarheit zu verschaffen. Zu diesen zählt u. a. der Umstand, dass als Nachfolgeprojekt zu «Largo» im Jahr 2015 im letzten Sommer die Vernehmlassung zum neuen Lebensmittelverordnungspaket namens «Stretto 3» stattfand, an welcher sich auch der SFF mit einer mehr als 40-seitigen Stellungnahme beteiligte (siehe SFF-Website). Seither werden die entsprechenden Verordnungstexte durch die zuständigen Bundesbehörden mit dem Ziel der Inkraftsetzung per 1. Mai 2020 finalisiert. Für den Fleischsektor dürften hierbei hauptsächlich Fragen der Deklaration in Bezug auf die Herkunftsangaben, von alternativen Deklarationsformen (z. B. Online-Verkauf, QR-Codes, Faltprospekte), aber auch solche der Datierung im Vordergrund stehen. Ebenso gaben und geben die erweiterten Tarifmöglichkeiten für die Schlachttier- und Fleischuntersuchung (insbesondere die vorge­sehenen Nachtzuschläge) zu regen Diskussionen Anlass. Einem parlamentarischen Auftrag folgend soll überdies neu die Hof- und Weideschlachtung (besser: Hof- bzw. Weidebetäubung) geregelt werden, zu welcher der SFF unentwegt an seiner Forderung nach gleich langen Spiessen auch für die (gewerblichen) Metzgereien festhält. Mit der Deklaration von vegetarischen bzw. veganen Speisen in Kombination mit fleischspezifischen Begriffen sowie den trotz auf Gesetzesstufe vorliegenden Bestimmungen vor kurzem wieder ins Spiel gebrachten Herkunftsangaben für Rohstoffe rücken weitere Themen in den Vordergrund. Wie diese Beispiele zeigen, sind auch die gesetzlichen Vorgaben einem steten Wandel unterworfen. Hierbei liegt die Aufgabe des SFF darin, sich mit Nachdruck und Konstanz für die Interessen seiner Mitglieder einzusetzen und diese über die jeweiligen Neuerungen auf dem Laufenden zu halten. Gerade Letzteres erweist sich angesichts der Intensität des Alltags und der Flut an Informationen jedoch immer mehr als Herausforderung, denn deren Lesen ist und bleibt in der Verantwortung jedes bzw. jeder Einzelnen, ohne Wenn und Aber.

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
Elias Welti, Leiter Kommunikation und stv. Direktor SFF