Mut und Glück

13.05.2020

Nachdem Covid-19 uns und unser Land seit nur mehr zwei Monaten im Bann hält, verlagert sich der Fokus zusehends auf eine stufenweise Lockerung der massiven, persönlichen Einschränkungen.

Während Lebensmittelläden und Take-aways aufgrund ihrer Relevanz für die Versorgung der Schweiz während der gesamten Corona-Krise geöffnet blieben, haben soeben auch Restaurants, Märkte, Schulen und weitere Sektoren ihre Aktivitäten unter Einhaltung der entsprechenden Schutzkonzepte mit Hygiene- und Abstandsregeln wieder aufgenommen. Mit dem weiterhin bestehenden Verbot von Grossveranstaltungen und der nach wie vor anhaltenden Einengung der hochgefahrenen Wirtschaftszweige kann gleichwohl noch nicht von einer Rückkehr zur Normalität gesprochen werden. Gefragt ist diesbezüglich vielmehr ein sorgfältiges Herantasten. Denn noch immer droht die Gefahr einer zweiten Infektionswelle, die durch eine zu forsche Lockerung rasch einmal zu einem von niemandem gewollten Bumerang werden könnte. Umso wichtiger sind die neuen medizinischen Erkenntnisse und die allseits erhofften Fortschritte der Forschung für den ersehnten Impfstoff. Wenn die Wirtschaft und das öffentliche Leben nun sukzessive wieder hochgefahren werden, so verfolgen uns die Konsequenzen der Covid-19-Pandemie zweifelsohne noch lange. Schnellstmöglich müssen wir die damit verbundenen wirtschaftlichen Verwerfungen offen und ungeschminkt aufarbeiten sowie die finanzielle Situation der öffentlichen Hand, bedingt durch die wahrlich notwendigen Stützungsmassnahmen, langfristig wieder ins Lot bringen. Parallel dazu verlangen aber auch die wichtigen Alltagsthemen wieder ihr Recht. Auch wenn dies die negativen Effekte bei weitem nicht aufzuwiegen vermag, so bringt die Corona-Krise auch neue Erkenntnisse. Beispielhaft zu nennen sind hierfür der verstärkte Onlinehandel, vermehrte Hauslieferdienste, ortsunabhängige Sitzungen, Arbeiten im Homeoffice, Entlastung des Verkehrs und vor allem die hohe Wertschätzung der Kundschaft gegenüber unserer Branche! Damit bestätigt sich, dass jede Krise auch ihre Chancen in sich birgt. Oder wie es der griechische Philosoph Demokrit formulierte: «Mut steht am Anfang des Handelns, Glück folgt daraufhin am Ende!»

Ivo Bischofberger, Präsident
Ruedi Hadorn, Direktor