Schlichtweg unnötig!

30.10.2019

Mitte September wurde bei der Bundeskanzlei bekanntlich die Volksinitiative «Keine Massentierhaltung in der Schweiz» mit über 100 000 beglaubigten Unterschriften eingereicht.

Auf deren Basis soll der Bund insbesondere Kriterien für eine tierfreundliche Unterbringung und Pflege, den Zugang ins Freie, die Schlachtung und die maximale Gruppengrösse je Stall festlegen und gleichzeitig Vorschriften über die Einfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen erlassen, die der Initiative Rechnung tragen. Vor allem soll den Tieren der Anspruch zugestanden werden, nicht in industrieller Tierhaltung zu leben, bei welcher das Tierwohl zur möglichst effizienten Produktion systematisch verletzt würde. Zudem sollen gemäss den Ausführungsbestimmungen mit einer Übergangsfrist von 25 Jahren in Bezug auf die Würde des Tieres Anforderungen festgelegt werden, die mindestens den Anforderungen der Bio-Suisse-Richtlinien 2018 entsprechen. So weit, so gut! Vergleicht man die Dimensionen in der hiesigen Tierhaltung mit denjenigen ausserhalb der Schweiz, so zeigt sich, dass wir uns hierzulande in kleinen Dimensionen bewegen, die nebst dem weltweit bereits sehr hohen Tierwohlniveau auch durch die bereits bestehende Höchstbestandesverordnung von Gesetzes wegen nach oben begrenzt sind. Mit der Annahme der Initiative wären wohl sinkende Tierbestände sowie eine massive Verteuerung der tierischen Lebensmittel im Inland verbunden mit vermehrten Fleischeinkäufen ennet der Grenze die Folge – dies, obwohl die Initiative auch Vorgaben hinsichtlich der Einfuhren vorsieht. Ob bzw. inwieweit diese dann auch WTO-konform wären, ist derzeit noch offen. Ebenso zu berücksichtigen gilt es, dass das eigentliche Tierwohl nicht zwingend mit der Bestandesgrösse im Zusammenhang stehen muss oder anders gesagt, ein Betrieb mit vielen Tieren ebenfalls ein sehr hohes Tierwohlniveau erreichen kann, welches mit einem kleinen Betrieb durchaus vergleichbar bzw. sogar besser sein kann. Somit lässt sich festhalten, dass die Initiative schlichtweg unnötig ist, in der Bevölkerung angesichts der derzeitigen gesellschaftlichen Strömungen aber durchaus auf Sympathien stossen dürfte. Gerade deshalb wird im dannzumaligen Abstimmungskampf durch die gesamte Branche wohl noch viel Überzeugungsarbeit gegen die Initiative zu leisten sein!

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
Elias Welti, Leiter Kommunikation und stv. Direktor SFF